Modernisierung denkmalgeschützter Verwaltungsgebäude
Bundesforschungsministerium heizt mit Viessmann Vitoplex Heizkesseln
Auch wenn die bundesdeutsche Hauptstadt Ende der 1990er Jahre nach Berlin verlegt wurde, einige Ministerien haben nach wie vor einen Dienstsitz in Bonn. So auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, kurz BMBF. Das über dreißig Jahre alte Gebäude des BMBF wird zurzeit umfassend saniert, um Energie einzusparen und die CO2-Bilanz zu verbessern. Viessmann lieferte dafür die Wärmeerzeuger.
Das Gebäude des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gehört zu den Bauten eines in den 1960er Jahren geplanten Regierungsviertels in Bonn-Bad Godesberg, das in sieben kreuzförmigen Hochhäusern sämtliche Ministerien beherbergen sollte. Zwei der wegen ihrer Grundrisse so genannten Kreuzbauten wurden 1974 in der Heinemannstraße errichtet. Die Gebäude galten damals als zwei der modernsten in Bonn. Der Entwurf war kühn; Sichtbeton galt als das Nonplusultra in der Materialwahl für innen wie außen; Funktionen wurden offen zur Schau gestellt, etwa die Tragkonstruktionen an den Betonpfeilern und dem -sockel. Die von Fachleuten als wegweisend gefeierte Architektur erfreute sich allerdings nicht durchgehend großer Beliebtheit, so dass der Bau der übrigen fünf Kreuzbauten an der öffentlichen Kritik scheiterte. Heute arbeitet der größte Teil der rund 1.000 Mitarbeiter des BMBF in den inzwischen denkmalgeschützten Bonner Kreuzbauten.
Den heutigen Anforderungen angepasst
Am 22. Dezember 2006 fielen die letzten Planen und Gerüste am ersten Kreuzbau. Anderthalb Jahre zuvor hatte die Generalsanierung begonnen. Innen wie außen wurde das Gebäude den heutigen technischen, energetischen und nutzerspezifischen Anforderungen entsprechend modernisiert. Schon auf den ersten Blick wirkt der Kreuzbau jetzt wesentlich freundlicher. Das eher finster wirkende Rotbraun der Fassade wurde durch ein lichtes Weißgrau ersetzt. So wurde der erste von drei Bauabschnitten unter der Federführung des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung abgeschlossen. Der zweite und dritte Abschnitt umfasst die Sanierung des zweiten Kreuzbaus sowie drei weiterer Gebäude auf dem Gelände.
Heizzentrale in 65 Metern Höhe
Seit Herbst 2006 ist die neue Heizungsanlage im ersten Kreuzbau in Betrieb. Zwei Gas-Mittelkessel Vitoplex 300 mit 1.750 und 1.400 Kilowatt Leistung, beide mit Abgaswärmetauschern Vitotrans 300 zur Brennwertnutzung, sowie Elco-Brennern ersetzten die beiden alten Kessel mit jeweils 2.900 Kilowatt, die seit dem Bau des Gebäudes ihren Dienst taten. Die Heizzentrale befindet sich in 65 Metern Höhe im obersten Stockwerk. Deshalb mussten die Kessel per Kran eingebracht werden. Nur von einer einzigen Stelle aus war dies möglich, so dass der Kran sehr exakt platziert werden musste, um die Wärmeerzeuger und Anlagenkomponenten in der Montageöffnung absetzen zu können.
Am 30.7.2007 war es auch im zweiten Kreuzbau soweit: Die Heizkessel, zwei Gas-Mittelkessel Vitoplex 100 mit einer Leistung von jeweils 1.120 kW und Vitotrans Abgaswärmetauschern, wurden geliefert. Wie schon beim ersten Objekt mussten die Wärmeerzeuger mit einem tonnenschweren Kran in die Höhe gehievt werden. Dafür mussten zunächst die umliegenden Straßen gesperrt und die Bäume am Straßenrand zurückgeschnitten werden, damit der riesige Kran in Stellung gebracht werden konnte. Der Bonner „General-Anzeiger“ schrieb: „Viel Aufwand für einen Heizkessel, aber durch die Tür hätte er beim besten Willen nicht gepasst.“ Die Anlage ging zu Beginn der Heizperiode 2007 in Betrieb.
Dienstbetrieb musste aufrecht erhalten werden
Eine besondere Herausforderung bei der Modernisierung war, dass das Ministerium seinen Dienstbetrieb während der Arbeiten weitgehend ohne Einschränkungen aufrecht erhalten musste. Nicht nur, dass Baulärm oder Behinderungen durch Baumaßnahmen möglichst vermieden werden sollten; vielmehr mussten auch die umfangreichen Sicherheitsvorschriften im Ministerium eingehalten werden. Beschränkte Zufahrts- und Baustelleneinrichtungen erschwerten die Aufgabe zusätzlich. So war eine ausgefeilte Logistik erforderlich: Die Anlieferung der verschiedenen Komponenten, der Einsatz des Personals sowie die Entsorgung von ausgetauschten Teilen mussten angesichts des knappen zur Verfügung stehenden Platzes sehr genau geplant und gesteuert werden.
Ab 2008 können die Nutzer - das BMBF und das Eisenbahnbundesamt - wieder ohne jede Störung ihren Tätigkeiten nachgehen. Andere Einrichtungen, wie etwa das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung, sollen neu hinzukommen und den vom BMBF um die Kreuzbauten herum geplanten „Wissenschaftsraum Bonn“ zum Leben erwecken.
Beteiligte Unternehmen
| - | Generalplaner: Reichel Ingenieurgesellschaft für Projektmanagement, Bonn | |
| - | Architekten Grundsanierung: Beckmann Wenzel Architekten (BDA), Köln | |
| - | Fachplaner Haustechnik: Klett-Ingenieur-GmbH, Niederlassung Köln; elweg GmbH und Ingenieurbüro Nöhl, Projektbüro Bonn | |
| - | Ausführende Heizungsfirma im ersten Kreuzbau: Caverion GmbH (ehemals M+W Zander Gebäudetechnik GmbH), Köln | |
| - | Ausführende Heizungsfirma im zweiten Kreuzbau: Kuhr & Kuhr GmbH, Meppen |
Die Bonner Kreuzbauten
Die 1969 bis 1975 errichteten „Kreuzbauten“ wurden von der Planungsgruppe Stieldorf entworfen, zu der die Architekten M. Adams, R. Glatzer, G. Hornschuh, G. Pollich und P. Türler gehörten. Die Gesamtleitung des damals 182 Mio. DM teuren Projekts hatte die Vorgängerinstitution des Bundesamtes für Bauwesen
und Raumordnung, die Bundesbaudirektion.
Weitere Informationen:
www.bmbf.de (Bundesministerium für Bildung und Forschung)
www.bbr.de (Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung)
Februar 2008
Bilder / Bildzeilen
![]() | Bild 1Das Gebäude des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wird zurzeit umfassend saniert. Die Modernisierung der Heizzentrale ist bereits abgeschlossen - Viessmann lieferte die neuen Wärmeerzeuger. |
![]() | Bild 2Zwei Vitoplex 300, beide mit Abgaswärmetauschern zur Brennwertnutzung, sorgen im ersten Kreuzbau für Wärme. |







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