Modernisierung unter extremem Zeitdruck

Hocheffiziente Dampfkesselanlage für das Hofbrauhaus Wolters


In der industriellen Produktion, bei der Lebensmittelverarbeitung, in Kliniken, Brauereien und Wäschereien – überall dort, wo Wasserdampf in größeren Mengen gebraucht wird – ist eine wirtschaftliche Dampferzeugung gefordert. Zugleich spielt auch die Verfügbarkeit und die Betriebssicherheit eine wichtige Rolle. Veraltete Dampferzeuger können diese Kriterien nicht mehr erfüllen. Dennoch scheuen viele Anlagenbetreiber den dringend nötigen Austausch – vor allem aus Angst, längere Produktions- bzw. Betriebsausfälle hinnehmen zu müssen. Die Anlagenmodernisierung im Hofbrauhaus Wolters in Braunschweig ist ein gutes Beispiel dafür, dass diese Sorgen unbegründet sind – wenn man die richtigen Partner an seiner Seite hat.

Alte Anlage genügte den Anforderungen nicht mehr
Das Hofbrauhaus Wolters ist eine regionale Großbrauerei in Braunschweig, die auf eine lange Tradition bis ins Jahr 1627 zurückblicken kann. Mit über 100 Mitarbeitern werden hier sieben verschiedene Bierspezialitäten gebraut. Die in die Jahre gekommene Dampfkesselanlage hatte den Anforderungen längst nicht mehr genügt. Zwei Dampfkessel mit Leistungen von 12 t/h bzw. 8 t/h waren hier installiert. Die Anlage wurde von einer alten Analogschaltzentrale aus bedient. Temperaturen zwischen 180 °C und 200 °C im Abgassystem waren an der Tagesordnung. Entsprechend hoch war der Brennstoffverbrauch. Aufgrund der kurzfristigen Lastschwankungen benötigte die Altanlage zudem noch eine Kompensationsregelung.

Eine der wesentlichen Vorgaben bei der Modernisierung war, dass die laufende Produktion nicht lange ausfallen durfte. Die Experten des Viessmann Kompetenzzentrums für Mittel- und Großkessel machten es gemeinsam mit der Ingenieurgesellschaft Meinhardt Fulst aus Vienenburg sowie der SeWe-Tief- und Rohrleitungsbau GmbH aus Stendal möglich, dass für die gesamten Baumaßnahmen nur wenige Tage benötigt wurden. Zeit war bei diesem Projekt in des Wortes wahrster Bedeutung Geld: Jeder Tag Verzögerung hätte aufgrund von Produktionsausfällen erhebliche Mehrkosten verursacht.

Zwei Viessmann Dampfkessel mit jeweils 6 t/h
Die neue Anlage besteht aus zwei Vitomax 200-HS Dampfkesseln mit integriertem Economiser ECO 200 (Abgas-/Wasser-Wärmetauscher zur Speisewassererwärmung) und einer Leistung von jeweils 6 t/h. Auch sämtliche Komponenten der thermischen Trinkwasseraufbereitung stammen aus dem Viessmann Komplettprogramm – ebenso die Schaltschrankanlage mit drei speicherprogrammierbaren Steuerungen.

Am Nachmittag des 2. Oktober 2008 wurden die alten Kessel abgeschaltet. Von diesem Moment an arbeiteten die Mitarbeiter der SeWe GmbH rund um die Uhr in drei Schichten – gesteuert von der Ingenieurgesellschaft Meinhardt Fulst und den Experten des Viessmann Kompetenzzentrums. Parallel zur Demontage der Altkessel wurde der alte, 70 Meter hohe Schornstein von Grund auf saniert. Dafür wurde der vorhandene Edelstahlinliner mit einem VA-Rohr, das einen Durchmesser von 110 Zentimetern hat, um acht Meter nach unten verlängert und auf Federtöpfe gestellt, um die Längenausdehnung sicherzustellen. Am 7. Oktober war der erste Großkessel installiert, drei Tage später auch der zweite. Bereits am 10. Oktober wurde auch die Inbetriebnahme gestartet, am 15. Oktober lief die Produktion wieder mit hundertprozentiger Auslastung.

Abgastemperatur und Wasserverbrauch drastisch gesenkt – Effizienz erheblich gesteigert
Durch die Modernisierung konnte die Abgastemperatur von vormals 180 bis 200 °C auf 70 bis 80 °C gesenkt werden. Die in Brauereien typischen Lastsprünge in der Dampfentnahme bereiten keinerlei Probleme mehr, denn das Konstruktionsprinzip der Kessel zeichnet sich durch einen großen Wasserinhalt, einen großen Dampfraum und daraus resultierend durch ein gutes Speichervermögen aus. Durch die neue Wasseraufbereitungsanlage zur Entgasung und Entsalzung des Kesselspeisewassers konnte auch der Wasserverbrauch stark gesenkt werden. Und schließlich wurden die Abstrahlungsverluste deutlich verringert und damit die Effizienz erheblich gesteigert. Die zu erwartenden Einsparungen bei Brennstoff- und Wasserverbrauch werden zu einer Amortisation innerhalb weniger Jahre führen.

Die Modernisierung der Dampfkesselanlage im Hofbrauhaus Wolters ist ein gutes Beispiel dafür, wie mit enger Zusammenarbeit zwischen Hersteller, Heizungsfachfirma und Ingenieurbüro ehrgeizige Projekte erfolgreich realisiert werden können und dass es möglich ist, selbst extrem enge Zeitvorgaben einzuhalten.


Januar 2009


Bilder / Bildzeilen

Bild 1


Das Hofbrauhaus Wolters in Braunschweig: Mit über 100 Mitarbeitern werden hier sieben verschiedene Biersorten gebraut.

Bild 2


Die zwei Dampfkessel Vitomax 200-HS von Viessmann mit integriertem Economiser ECO 200 arbeiten wesentlich effizienter als die Altanlage und werden sich nach wenigen Jahren amortisiert haben.


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