Ratgeber zur Vitovalor PT2 und 300-P


Lohnt sich die Investition in eine Brennstoffzelle wie die Vitovalor PT2? Wie sicher ist die Technologie? Brauche ich noch einen Stromanschluss? Die häufigsten Fragen und Antworten zur Vitovalor PT2 (ehemals Vitovalor 300-P) haben wir hier für Sie zusammengetragen.
 

Wo kommt der Wasserstoff her?

Neben Sauerstoff benötigt die Brennstoffzelle Vitovalor PT2 für ihren Betrieb auch Wasserstoff. Er ist zwar Bestandteil nahezu aller lebenden Elemente wie Wasser oder Erdgas und ist das am häufigsten vorkommende Element im Universum. Auf der Erde jedoch kommt er nur in gebundener Form vor. Für die Nutzung als Energieträger muss Wasserstoff folglich aus der Verbindung gelöst werden. Als geeigneter Ausgangsstoff hat sich der Brennstoff Erdgas erwiesen. Alternativ kann auch Biogas verwendet werden. In einem elektrochemischen Prozess wird der Wasserstoff aus dem Erdgas gewonnen und zeitgleich von anderen Restgasen befreit. Eine detaillierte Beschreibung zur Herstellung finden Sie auch im Abschnitt Funktionsweise.


Ist Wasserstoff gefährlich?

Wasserstoff und Erdgas haben viele ähnliche Eigenschaften. Beide können sowohl zum Brennen als auch zur Explosion gebracht werden. Diese Eigenschaften nutzen wir zum Beispiel zum Heizen oder zum Betreiben von Fahrzeugen oder Generatoren. Wasserstoff ist also nicht gefährlicher als Erdgas. In der Vitovalor wird kein Wasserstoff gespeichert. Sämtlicher Wasserstoff wird sofort verbraucht.

Darstellung von Wasserstoff-Molekülen im Ratgeber zur Brennstoffzellenheizung Vitovalor 300-P

Ist die Technologie ausgereift?

Wasserstoff als potentieller Energieträger wurde schon vor über 100 Jahren entdeckt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nutzten Ingenieure ihn unter anderem als Auftriebsgas für Zeppeline. Bis heute kommt Wasserstoff als Zusatzstoff beim Schweißen zum Einsatz. Auch als Energielieferant für Brennstoffzellen in Fahrzeugen und Schiffen hat sich Wasserstoff bislang ganz ohne Zwischenfälle bewährt. In Japan werden seit 2009 Brennstoffzellenheizungen im Wohnbereich stationär verwendet. Die Verkaufszahl ist seitdem auf mehr als 200.000 gestiegen. Auch hierzulande werden jährlich mehrere hundert Brennstoffzellen-Heizgeräte in Betrieb genommen. Die Technologie hat also eine hohe technische Reife erreicht und wird in Großserie produziert.

Was passiert, wenn die Brennstoffzelle ausfällt?

Bleiben die Räume dann kalt? Die Brennstoffzelle Vitovalor PT2 (ehemals Vitovalor 300-P) besteht aus zwei Einheiten: In einer Einheit sind alle notwendigen Komponenten für die Brennstoffzelle und Gasaufbereitung verbaut. Bei der anderen handelt es sich um einen Gas-Brennwertkessel mit Warmwasserspeicher (220 Liter) zur Spitzenlastabdeckung sowie einer Steuereinheit. Beide Einheiten sind über eine gemeinsame Gasleitung verbunden und lassen sich auch getrennt voneinander in Betrieb nehmen. Das bedeutet, dass die Einheit mit dem Spitzenlastkessel auch ohne die Brennstoffzelle betrieben werden kann.

 

Kann die Vitovalor auch mit Flüssiggas betrieben werden? 

Die Vitovalor PT2 gehört zu den sogenannten Niedertemperatur-Brennstoffzellen. Genauer gesagt gehört sie zum Typ NT-PEM, was für die Bezeichnung Niedertemperatur Protonenaustausch-Membran-Brennstoffzelle steht. Theoretisch können NT-PEM-Brennstoffzellen mit Flüssiggas betrieben werden. Der in der Vitovalor PT2 eingebaute Reformer ist jedoch für die Wasserstoffgewinnung aus Erdgas optimiert. Der Betrieb mit Flüssiggas ist aus dem Grund nicht möglich.