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Für die Wärmepumpe den optimalen Aufstellort finden: Tipps vom Experten

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Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Wärmepumpe zu platzieren und für jeden Standort gilt es verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Denn die Wahl des Aufstellortes der Wärmepumpe kann sich auf ihre Effizienz und Leistungsfähigkeit auswirken. Wir haben im Folgenden wertvolle Informationen und hilfreiche Tipps darüber zusammengestellt, welcher Ort sich für welche Wärmepumpe eignet und was bei der Wahl zu beachten ist. Zudem beantwortet Viessmann Wärmepumpen Experte Egbert Tippelt exklusiv häufig gestellte Fragen rund um das Thema Aufstellort.

Die verschiedenen Aufstellmöglichkeiten der Wärmepumpe 

Wärmepumpen arbeiten, indem sie Umgebungswärme aus der Luft, dem Boden oder dem Wasser auf ein höheres Temperaturniveau anheben und diese Wärme für die Beheizung und Warmwasserbereitung in Gebäuden nutzen. Um die Umgebungswärme effizient aufzunehmen, müssen die jeweiligen Wärmequellen gut zugänglich für die Wärmepumpe sein. Diese drei Möglichkeiten zur Aufstellung gibt es:

  • Innenaufstellung: Die Wärmepumpe steht als Monoblock-Gerät im Inneren des Wohngebäudes.
  • Außenaufstellung: Die Wärmepumpe ist als Monoblock-Gerät außerhalb des Gebäudes platziert.
  • Split-Aufstellung: Die Wärmepumpe besteht aus zwei Komponenten, dabei steht die Inneneinheit innerhalb und die Außeneinheit außerhalb der Gebäudehülle.

Der geeignete Aufstellort hängt von der Wärmepumpen Art ab

Welche Wärmepumpe sollte man wo aufstellen? Wie der geeignete Aufstellort für eine Wärmepumpe aussieht, hängt von der Art und den örtlichen Gegebenheiten ab. Es ist ratsam, einen Fachbetrieb zu konsultieren, um den besten Ort und die passende Wärmepumpe für ein Gebäude bzw. Grundstück zu ermitteln.

Sole-Wasser-Wärmepumpe im Keller aufstellen

Sie beziehen Wärmeenergie aus dem Erdreich – beispielsweise über Erdsonden oder Flächenkollektoren. Meist sind für Sonden/Kollektoren aufwendige bautechnische Maßnahmen nötig, über die Sie am besten ein Fachmann berät. Die Erdwärme wird über Verbindungsleitungen von den Erdsonden/Flächenkollektoren zum Innengerät der Wärmepumpe transportiert. Dieses ist für die Übergabe der gewonnenen Wärme an das Heizungssystem des Gebäudes zuständig. Die Installation der Inneneinheit ist weniger aufwendig, da sie nicht von geologischen Gegebenheiten abhängig ist. Um die Leitungswege der Wärmepumpe zur Energiequelle so kurz wie möglich zu halten, lässt sie sich hervorragend im Keller oder in einem Technikraum aufstellen. Der Standort sollte gut belüftet und tragfähig sein, um eine störungsfreie Funktion zu ermöglichen.

 Luft-Wasser-Wärmepumpen flexibel im Standort

Sie gewinnen Wärmeenergie aus der Umgebungsluft. Da sie sowohl als Monoblock- als auch als Split-Gerät installiert werden können, ergeben sich mehrere Möglichkeiten für die Wahl des Aufstellortes. Für wen sich welche Variante besser eignet, ist individuell zu beurteilen. Beide Alternativen sind bei richtiger Auslegung sowohl in Neubauten als auch in Bestandsgebäuden sehr effizient.

Die einzelnen Aufstellmöglichkeiten im Detail

Die Stärken und Schwächen der verschiedenen Aufstellorte werden in der folgenden Gegenüberstellung näher erläutert. Da Sole-Wasser-Wärmepumpen nahezu immer als Monoblockgeräte im Keller bzw. Technikraum stehen, beziehen sich die folgenden Abschnitte auf die Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Monoblock-Wärmepumpe in der Innenaufstellung 

Die Wärmepumpe in Monoblock-Bauweise steht mit allen kältetechnischen Komponenten innerhalb des Gebäudes. Dabei muss ausreichend Platz (etwa 2 x 2 Meter) zur Verfügung stehen. Außerdem bedarf es dem Verbau von Luftkanälen für die Ab- und Zuführung der Außenluft. Im Neubau lässt sich dies bei der vorherigen Planung gut berücksichtigen.

Standort und Position: Idealerweise steht die Wärmepumpe in einem gut belüfteten Raum mit einem soliden, ebenerdigen Untergrund. Dieser sollte über eine entsprechende Tragfähigkeit verfügen. Ausreichend Abstand zwischen der Wärmepumpe und den Wanddurchbrüchen ist ratsam, damit die Luftkanäle Platz haben. Eine Eck-Positionierung ist besonders vorteilhaft. So wird die Gefahr eines thermischen Kurzschlusses verringert und eine effiziente Arbeitsweise der Wärmepumpe ist gewährleistet.

Hinweis: Ein zu geringer Abstand zwischen den Luftkanälen kann zu einem thermischen Kurzschluss führen. Dieser tritt ein, wenn die Wärmepumpe die abgekühlte Luft, die nach Wärmeabgabe wieder nach draußen geführt wird, unmittelbar wieder einsaugt.

Stärken
  • Vergleichsweise leichte und schnelle Installation dank kompakter Bauweise
  • Geringer Wartungsaufwand und Schutz vor Witterungseinflüssen
  • Kürzerer Leitungsweg zwischen Wärmeerzeuger und Verbraucher
Schwächen
  • Aufgrund von Größe und Gewicht weniger flexibel in Standortvergabe
  • Benötigt ausreichend Platz im Haus
Bautechnische Maßnahmen
  • Erfordert Wanddurchbrüche für Luftkanäle zum Ansaugen und Ableiten der Luft in ausreichend großem Abstand
  • Zusätzliche Installation eines Abflusses für entstehendes Kondenswasser

Monoblock-Wärmepumpe in der Außenaufstellung 

Bei dieser Aufstellung der Wärmepumpe befinden sich alle am Kältemittelkreislauf beteiligten Komponenten in einer Einheit außerhalb der Gebäudehülle und somit im direkten Kontakt zur Wärmequelle (Luft). Außeneinheiten lassen sich flexibel platzieren und bieten sich auch für eine Nachrüstung in Bestandsgebäuden an. Die Heizwärme wird im Monoblock erzeugt und anschließend über gut isolierte Leitungen in das Gebäude transportiert.

Standort und Position: Für die Wärmepumpe ist ein stabiler Untergrund am Aufstellort wichtig. Am besten steht sie auf einem festen Betonfundament oder einem Sockel. Um lange Transportwege und ein Abkühlen des Warmwassers zu vermeiden, eignet sich ein Platz in der Nähe der Hauswand. Auch wenn die Nähe der Wärmepumpe zur Hauswand empfehlenswert ist, sind folgende Aufstellorte möglich:

  • auf einem Dach
  • auf der Garage
  • in einem Carport

Die Positionierung an einem windgeschützten Ort hilft dabei, einen thermischen Kurzschluss zu vermeiden. Des Weiteren ist eine frei stehende Gebläseöffnung erforderlich, um eine ausreichende Luftzufuhr zu ermöglichen. 

Stärken
  • Flexible Positionierung, einfache Nachrüstung und Wartung
  • Kurze Übertragungswege von Energiequelle zum Verbraucher
  • Weniger Platzbedarf und geringere Schallemissionen im Wohnbereich
Schwächen
  • Betrieb vergleichsweise etwas lauter
  • Anschaffung generell etwas teurer
  • Ganzjährigen Witterungseinflüssen ausgesetzt
Bautechnische Maßnahmen
  • Bohrung zweier Löcher in der Hauswand für isolierte Rohrleitungen

Split-Aufstellung der Wärmepumpe

Die Split-Wärmepumpe teilt sich auf zwei Standorte auf – die Außeneinheit und die Inneneinheit. Im Innengerät sind unter anderem Verflüssiger und Umwälzpumpe verbaut – es ist damit im Vergleich zur Außeneinheit eher leise. Im Außengerät hingegen befinden sich die geräuschemittierenden Komponenten wie Ventilator, Verdampfer und Verdichter. Um beide Einheiten miteinander zu verbinden, sind minimale Bohrungen für Leitungsführungen in der Wand nötig. 

Standort und Position: Die Split-Wärmepumpe steht sowohl draußen als auch drinnen. Die Inneneinheit ist eher kompakt und daher flexibel im Haus installierbar. In der Regel lässt sich die Wärmepumpe besonders gut im Keller aufstellen. Das Außengerät wird außerhalb des Gebäudes aufgestellt und sollte, ähnlich wie eine Monoblock-Wärmepumpe in Außenaufstellung, windgeschützt auf einem stabilen Fundament oder einer Plattform stehen. 

 

Stärken

 

  • Flexible Positionierung der Außeneinheit
  • Geringerer Platzbedarf der kompakten Inneneinheit 
  • Empfindliche Teile (in Inneneinheit) sind vor Witterung geschützt
  • Kühlfunktion durch reversiblen Betrieb möglich

 

Schwächen
  • Höherer Aufwand für Installations- und Wartungsarbeiten inkl. regelmäßiger Kältemittelinspektion erforderlich
Bautechnische Maßnahmen
  • Kleinere Wandbohrungen für kältetechnische Leitungen

So finden Sie für die Wärmepumpe den passenden Aufstellort 

Der Aufstellort einer Wärmepumpe kann sich auf ihre Effizienz, Lebensdauer und Funktionsweise auswirken. Ein gut gewählter Standort ermöglicht eine optimale Nutzung der Umgebungswärme und trägt dazu bei, den Energieverbrauch zu minimieren. Um für die Wärmepumpe den richtigen Aufstellort zu finden, ist eine sorgfältige Planung und fachliche Beratung das A und O. Dazu gehören die Berücksichtigung der baulichen Gegebenheiten, des verfügbaren Platzes sowie der individuellen Präferenzen. Die folgenden Faktoren sind bei der Planung wichtig.

Mindestabstände zur Umgebung

Sowohl für Monoblock- als auch für Split-Außeneinheiten ist ein Mindestabstand zu anderen Gebäuden, Gehwegen oder Terrassen vorgeschrieben. Auch wenn die Geräuschentwicklung dank fortschrittlicher Technologien wie Viessmann Super Silent gering ist, gibt es beim Anziehen der Außenluft eine gewisse Geräuschentwicklung. Für die Wärmepumpe wird daher am besten ein Standort mit ausreichend Abstand zu Gegenständen der Umgebung gewählt. So werden potenzielle Störungen durch die Lautstärkenentwicklung der Wärmepumpe für Bewohner und Nachbarn vermieden. Zudem entsteht beim Ausblasen ein sehr kalter Luftstrom, der bei Berührung als unangenehm empfunden werden kann.

Freier Stand für Luftzirkulation und Belüftung 

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe saugt Luft auf der einen Seite des Geräts an und bläst sie auf der anderen Seite hinaus. Am Aufstellort muss der Luftstrom um die Wärmepumpe herum ungehindert fließen können. Der Abstand zwischen dem Gerät und beispielsweise der Hauswand sollte mindestens 25 Zentimeter betragen. Eine gute Luftzirkulation sorgt für eine ungestörte Wärmeabfuhr und verhindert eine Überhitzung der Anlage.

Gute Zugänglichkeit für Installation, Wartung und Reparaturen

Aufgrund der Größe und des Gewichts von Wärmepumpen sind örtliche Gegebenheiten bereits für die Installation ausschlaggebend. So können beispielsweise enge Kellertreppen im Altbau ein Hindernis darstellen. Der Standort sollte so gewählt werden, dass die Wärmepumpe leicht zugänglich ist, damit Installations-, Reparatur- und Wartungsarbeiten ohne größere Hindernisse durchgeführt werden können.

Häufig gestellte Fragen zum Aufstellort der Wärmepumpe

Die Außeneinheit des Split-Geräts sollte mindestens 25 Zentimeter von der Wand entfernt sein, um der Wärmepumpe eine gute Luftzirkulation zu ermöglichen.

Mindestabstände zu Nachbargrundstücken sind gegebenfalls in der Bauordnungen vorgesehen. Am besten informieren Sie sich über die Bauordnung in Ihrem zuständigen Bauamt.

Wir empfehlen einen Abstand von drei Metern zu Gehwegen, da kalte Luft, die von der Wärmepumpe ausgeblasen wird, zur Vereisung führen kann.

Ein Abstand ist nur wichtig bei Wärmepumpen mit brennbaren Kältemitteln wie z. B. R290 (Propan). Der Abstand von der unteren Kante der Wärmepumpe sollte bei diesen Wärmepumpen einen Meter zu Kellerfenstern und -treppen betragen. Dies ist der sogenannte Schutzbereich um die Wärmepumpe, mit dem verhindert werden soll, dass Kältemittel im Falle eines Lecks in das Gebäude gelangt.